Weil Reisen ja nicht nur immer wegen lustig ist waren wir im legendären Wiener Club “U4” an einer Benefiz-Veranstaltung für Frauenhäuser. Und die Oesterreichische Sängerin Birgit Denk gibt aus dem Backstage unser erstes Status-Update!

Nach langen Abschieds-Essen und -Biertrinketen und kurzem Packen ist es endlich soweit und wir sind unterwegs nach Afrika! Auf der Karte rechts werden wir dann jeweils einzeichnen, wo wir gerade ungefähr sind – jedenfalls solange wir immer mal wieder Anschluss ans Internetz finden.
Eine der exotischsten und gefährlichsten Destinationen der ganzen Reise haben wir uns gleich für den ersten Abend vorgenommen: Zürich! Morgen früh sollten wir aber dann in Wien sein und von da geht’s dann immer Richtung Süden weiter…
Bis bald!
Auch im neuen Jahr darf der Friedli Kilbi im Regionaljournal Zentralschweiz vom guten alten Radio DRS seinen Senf zur Weltlage aufs Mikrofon streichen. Und zwar an folgenden Daten, jeweils in der 17:30-Sendung (in welcher man ja auch sonst alles erfährt, was man wissen muss):
3. Januar (Silvester-Kater-Version)
14. Februar (Vorfasnachts-Kater-Version)
14. März (Nachfasnachts-Kater-Version)
Danach geht dann der Herr Kilbi in die erweiterte Sommerpause weil ich nach Afrika – aber es gibt ja zum Glück noch fünf andere Autorinnen und Autoren, die das “Apropos” weiterführen.
Hier findet man alle schon gesendeten Kolumnen:
Und falls das nicht sowieso schon alle wissen: Friedli Kilbi ist Gründungsmitglied, Schlagzeuger, Plagööri und Co-Texter der schon fast legendären “Friedli & Fränz Kilbimusig“!

Friedli & Fränz Kilbimusig nutzt die Trainings-Winterpause und nimmt zu ehren des unerreichten FC Entlebuch eine Fussballhymne auf! Selbstverständlich mit der guten alten Bandmaschine und nicht mit dem neumodischen Kompiuterzeugs. Ich gingg der as Schiinbei…

So kann man ein soundcraft vi1 natürlich auch transportieren…
“Apropos” heisst die neue Kolumne des DRS Regionaljournal Zentralschweiz. Und dort darf alle paar Wochen – zusammen mit fünf weiteren Autorinnen und Autoren – auch der Fridolin W. Kilbi seinen Kommentar zur aktuellen Lage der Nation abgeben!
Die nächsten Sendungen mit dem Herrn Kilbi sind geplant am 8. November 2010 und am 20. Dezember 2010.
Die vereinigten Kilbi-Brüder kann man zudem noch LIVE hören, und zwar am 5.11. im Zone5 (Luzern), am 19.11. an der Grunzer-Party (Ebersecken) und am 11.12. im Kulturwerk118 (Sursee). Danach ist Weihnachtspause, anschliessend Fasnachtspause – und schon kommt die grosse Sommerpause!
Am Donnerstag (22.07.10) fahren wir ein letztes Mal mit der alten Sowjet-U-Bahn durch Tbilisi und lassen uns am Didube-Bahnhof ausspucken, drängen uns durch die Russwolken und zwischen Futter- und Kleider- und Ramsch-Ständen hindurch auf der Suche nach der “Marschrutka” nach Achalziche. Marschrutkas kennen wir ja schon aus Russland und der Ukraine, es sind die Sammeltaxis, welche für fast nichts von überall nach überall fahren. Hier in Georgien sind das fast immer Ford Transit, welche oft noch die Beschriftung ihrer ursprünglichen deutschen und holländischen Vorbesitzer tragen – und auf mindestens 19 (!) Sitzplätze “ausgebaut” wurden. Der Wagen fährt, wenn sich genügend Passagiere gefunden haben (sprich wenn sich im inneren niemand mehr bewegen kann) und transportiert nebst Personen auch noch andere Dinge wie zum Beispiel Medikamente von der Hauptstadt aufs Land.
Auf der Suche nach der richtigen Marschrutka in Tbilisi
Unverhoffte Hilfe auf Deutsch
Gut durchgeschüttelt und nassgeschwitzt treffen wir gegen Abend in Achalziche ein, eine ärmliche Mischung aus Stadt und Dorf. Der Fahrer übergibt uns gleich an einen Taxifahrer, der seinen Sohn per Handy zum Busbahnhof bestellt. Sofort ist Peya zur Stelle und spricht perfektes Deutsch – er arbeitet in München und macht zuhause Urlaub. Zusammen mit seinem Vater Schora bringen sie uns zu einem Hotel, welches sehr neu und sehr sauber ist und so irgendwie nicht ganz hierher passt. Die Kellnerin ist dann auch entsprechend hilflos, als wir später etwas essen wollen…
Luxuriös: Zimmer im Hotel
Weniger Luxuriös: Ausblick vom Hotelbalkon
Klöster in Felsen und im Wald
Am Freitag fährt uns dann Schora mit seinem Taxi in aller Frühe durch eine faszinierende Landschaft voller Felsklippen und enger Täler nach Wardzia. Dies ist eine riesige Klosteranlage, welche in eine etwa 500 Meter hohe Felswand oberhalb eines Flusses gehauen wurde. Auf 13 Etagen dienten unzählige Höhlen als Mönchs-Zellen und Kirchen, die älteste darunter aus dem 12. Jahrhundert. Leider nützen uns die bereitstehenden Führer nichts, da wir weder georgisch noch russisch verstehen – wir sind bei der Erkundung der Anlage auf uns selbst gestellt. Im Mittelalter soll die Anlage aus 2000 Säälen bestanden haben, welche 800 Mönchen und in Krisenzeiten zusätzlich bis zu 50’000 Menschen aus den umliegenden Dörfern Zuflucht geboten haben sollen – davon ist leider nur ein kleiner Teil erhalten geblieben, doch auch das beeindruckt uns sehr.
Klosteranlage Wardzia
Aussicht ins Tal von einer Höhle in Wardzia
Vor dem Höhlenkloster Wardzia
Schora bringt uns dann zurück in die Stadt und noch zum Kloster Sapara, welches auf einem Hügel nahe der Stadt liegt – dazu würgt er sein Taxi über eine regelrechte Geländepiste. Als es dann etwas zu regnen beginnt während wir uns die Kirche anschauen gehen wir schleunigst zum Wagen zurück – wir wollen gar nicht wissen, ob die Strecke auch in der Sumpf-Version von einem PW befahren werden kann.
Mit dem Jeep durchs Gebirge
Mit dem Sohn unseres Fahrers und seinem Kumpel geht es dann im Jeep weiter nach Batumi. Die beiden haben dazu die Strecke über einen Pass und dann quer durch Adscharien gewählt – diese sei viel schöner als von Akaltschike aus ins Tal zu fahren und die Autobahn zu nehmen. Das bewahrheitet sich dann auch, wir fahren durch Wälder und an alpinen Wiesen vorbei, steigen immer höher in die Berge. Die Strasse ist allerdings auch hier sehr schlecht, alles unbefestigt und manche Pfützen sind schon eher Teiche. So staunen wir dann auch nicht schlecht, als uns plötzlich ein Mercedes mit Armenischem Kennzeichen entgegen kommt – unerklärlich, wie man mit diesem Wagen hier durch fahren kann!
Wo hört die Strasse auf, wo beginnt der Bach?
Peya vor einem Wasserfall
Bei einem Bauerndorf machen wir kurz halt, um Käse zu kaufen und sind natürlich sofort die Attraktion. Nach der Passhöhe halten wir dann für ein Picknick, Peya und sein Kumpel haben Brot, Tomaten und Gurken gekauft, dazu gibts griechischen Uzo. Der nächste Halt ist dann erst einige tausend Kurven später, als es Yvonne schon langsam schlecht ist. Noch immer staunen wir, wie ähnlich die Landschaft derjenigen der Schweizer Alpen ist – einmal biegen wir um eine Kurve und fragen uns, seit wann es in Marbach ein Minarett gibt… Adscharien wird nämlich vorallem von Muslimen bewohnt, und so stehen zwischen den Tannen und Bauernhütten immer auch wieder die spitzen Türme, die wir ja sonst nur von den SVP-Plakaten kennen…
Fahrt durch ein abgelegenes Bauerndorf
Direktvermarktung à la Adscharien
Pause auf dem Weg nach Batumi
Als wir dann nach sieben Uhr durch die ersten Vororte der Hafenstadt Batumi fahren, sind wir schliesslich erleichtert, dass wir die Fahrt geschafft haben. Während unsere zwei Reise(beg)leiter noch nach Kobuleti im Norden weiter fahren (wo offenbar die wahren Partys stattfinden) wechseln wir in ein Taxi und gehen auf Hotelsuche. Das Stadtzentrum erschreckt uns ziemlich, es wirkt sehr dreckig und alle Strassen sind aufgerissen, überall Abfall und Pfützen, die Strasse mit unserem Hotel ist stockdunkel.
Schon bald merken wir aber, dass hier gebaut wird – offenbar werden gerade viele Strassen erneuert, Hotels gebaut und Häuser renoviert. Die Strandpromenade ist zum Glück schon fertig und wir freuen uns nun um so mehr, endlich am Meer zu sein.
Fast wie im Entlebuch: Landschaft in Adscharien
Seit dem 23. Juli waren wir jetzt in Batumi und lagen vor allem am Strand, heute (28. Juli) geht es weiter in Richtung Türkei; wir wollen am Nachmittag bei Sarpi über die Grenze und unser nächstes Ziel ist die Tee-Stadt Rize.
Süsser Wein aus der Region
Unser erster Ausflug aus der Hauptstadt hinaus führt uns nach Kachetien, die wichtigste georgische Weinregion. Eingezwängt in eine “Marshrutka” (Minibus-Sammeltaxi) fahren wir ca. drei Stunden lang in den Osten Georgiens, nach Signagi. Der Ort liegt auf einem Berg und besteht grösstenteils aus Häusern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert mit geschnitzten Holzbalkonen – und das ganze wurde erst vor kurzem mit ordentlich Staatshilfe renoviert und sieht deshalb wunderbar, fast schon ein bisschen kitschig aus.
Gasse in Signaghi, mit den typischen Holzbalkonen
Unsere Unterkunft finden wir bei der Zimmervermieterin Nana, welche wir beim Kaffee mit der Dorfpolizistin in ihrem Souvenirladen finden. Beim Nachtessen in der benachbarten Gartenbeiz lernen wir, dass auf eine gorgische Pizza Funghi unbedingt Mayonnaise und richtig viel Wurst (!) gehört – davon profitieren dann vorallem die streunenden Hunde, natürlich zum Missfallen der Kellner, welche sich nicht erklären können, weshalb die Flohsäcke plötzlich nicht mehr wegzuscheuchen sind… Nach kurzer Beratung vor dem Weingestell im Dorfladen (“This wine good, this wine good… all good!”) machen wir uns mit einer Flasche auf den Heimweg und geniessen den warmen Sommerabend auf unserem Balkon mit zuckersüssem Kindzmarauli und einem Panorama, dass stark an Italien erinnert.
Yvonne an Nanas Zmorge-Tisch
Am anderen Morgen sitzen wir am Frühstückstisch von Nana, sie hat allerlei Selbstgemachtes für uns parat und unsere Mägen sind somit ziemlich voll, als wir uns zu Fuss auf die Suche nach dem Kloster Bodbe machen, welches seit dem 9. Jahrhundert irgendwo in der Nähe im Wald steht. Natürlich verpassen wir die entscheidende Abzweigung und treffen schliesslich ganz oben auf dem Berg einen Bauern, der uns erklärt, dass es hier im Wald nur ein Restaurant gäbe – seine Fahne und sein Gleichgewicht lassen uns keinen Moment an der Wahrheit seiner Aussage zweifeln. Er legt sich dann zum Mittagsschlaf auf eine Bank am Strassenrand und wir wandern wieder zurück, entdecken endlich den Kirchturm zwischen den Bäumen und damit das gesuchte Kloster. Für den Weg zurück nach Signagi gönnen wir uns dann ein Lada-Taxi für ein paar Lari.
Mit solchen Wegweisern fällt die Orientierung nicht immer nur leicht…
Kloster Bodbe
Wir kommen gerade rechtzeitig bei Nana an, um noch eine Volkstanz-Vorführung mitzuerleben, eine Gruppe von Kindern und eine Sängerin unterhalten die Dorfbevölkerung und wir erfahren, dass die Leute Assyrer sind, eine der in Georgien lebenden Minderheiten. Mit dieser exotischen, in unseren Ohren etwas orientalisch klingenden Musik in den Ohren gehts dann am Abend zurück nach Tiflis, wo wir erfahren, dass unser Hotelzimmer unterdessen vermietet wurde und deshalb in ein anderes Quartier zügeln müssen – diesmal ein winziges, vollgestopftes Zimmer nahe der Metechi-Kirche.
Junge Assyrer/-innen führen traditionelle Volkstänze auf
Genau richtig im Gelände: Lada Niva 4×4
Um der unerträglichen Hitze und dem penetranten Abgasgestank (mit der typischen ex-Sowjet-Note von unzähligen alten Lada- und Wolga-Motoren) der Grossstadt Tbilisi zu entfliehen, machen wir uns am Montag auf den Weg in den grossen Kaukasus. Diese Gebirgskette trennt Russland von Georgien/Aserbaidschan und wird von der georgischen Heerstrasse durchquert; ein über tausend Jahre alter Karawanen-Weg, der im 19. Jahrhundert von den Russen zur Strasse ausgebaut wurde. Mit dem klapprigen Einer-Golf unseres Fahrers Tengis rollen wir in Richtung der mächtigen Berge – allerdings mussten wir zuerst in der Stadt etwas Gas tanken, um bis zu einer günstigen Tankstelle zu gelangen und dann dort vollzutanken …
























